| Wer von Wärmeschutz spricht, darf
das Lüften nicht vergessen. Die zunehmende Abdichtung der Bauteile und
Wände trägt dazu, dass weniger frische Luft in die Räume gelangt. Die
Luft verbraucht sich eher und die Luftfeuchte nimmt zu. An ungünstigen
Stellen kann dies leicht zu Schimmelpilzbildung führen. Um dieser
Luftverschlechterung entgegenzuwirken, ist es erforderlich, für einen
ausreichenden Luftaustausch zwischen Innen- und Außenluft zu sorgen.
Dabei gilt es, die Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten.
Eine Empfehlung für das richtige Lüften
für Fenster und Türen kann als |
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| Luftbedarf |
Der Sauerstoffbedarf für den Menschen beträgt pro Person 1,8 m³/h. Der hygienisch erforderliche Frischluftbedarf zur Abführung der Schad- und Geruchstoffe beträgt schon 10 - 25 m³/h pro Person.
Die für den Luftaustausch erforderliche Luftwechselrate ist abhängig von:
| Menge der entstehenden Feuchtigkeit (z. B. Kochen oder Baden) | |
| Innenklima | |
| Außenklima | |
| Raumgröße |
Bei einem Schlafraum reicht es, wenn in einer Stunde das halbe Raumvolumen an Luft ausgetauscht wird, während der Bedarf bei einer Kleinküche auf das 40fache Raumvolumen ansteigen kann. Um einen derart hohen Luftaustausch sicherzustellen, bedarf es zusätzlich mechanischer Einrichtungen (z. B. Dunstabzugshaube) oder einer regelmäßigen Stoßlüftung (weites Öffnen der Fensterflügel).
| Natürliche Lüftung |
In
der Sommerperiode ist das freie Lüften über Fenster und Türen mit Abstand die
beste Lösung. Große Luftmengen können je nach Raumklima schnell zugeführt
werden, um die Luft entsprechend zu verbessern.
Im Winter gilt es hingegen, die durch das Lüften entstehenden Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten. Der Luftaustausch ist abhängig von der Dichtigkeit der Fenster, deren Öffnung und der äußeren Windgeschwindigkeit. Auch bei geschlossenen Fenstern findet ein Luftaustausch zwischen Innen und Außen statt. Die zunehmende Dichtigkeit moderner Isolierglasfenster verringert diesen unkontrollierten Luftaustausch, um den Wärmeverlust so gering wie möglich zu halten.
Bei normal genutzten Räumen ermöglicht zwar die Kippstellung der Fenster den erforderlichen Luftwechsel. Mit dieser Dauerlüftung geht aber auch viel Raumwärme an die Umgebung verloren. Inzwischen gibt es aber auch automatisch öffnende und schließende Dreh-Kipp-Beschläge, die zentral gesteuert und überwacht werden können. Damit kann automatisch eine Entlüftung sichergestellt werden.
Große Feuchtebelastungen wie beim Kochen oder im Bad können nur durch eine Stoßlüftung wirksam abgeführt werden. Innerhalb weniger Minuten kann bei weit geöffnetem Fenster die Raumfeuchte auf das bauphysikalische Optimum von 50 - 60 % zurückgeführt werden.
Generell ergeben sich bei der natürlichen Lüftung aber folgende Probleme:
| Während der Lüftung ist keine Schalldämmung gegeben. | |
| Wegen mangelnder Regulierungsmöglichkeiten treten unnötig große Energieverluste auf. | |
| Während der Lüftung ist in den Räumen die Behaglichkeit oft nicht gewährleistet. |
| Dezentrale Zwangslüftung |
Die
dezentrale Zwangslüftung wird jeweils durch einen Ventilator angetrieben, der
in einem Lüftergehäuse installiert ist. Dieser Lüfter kann mit oder ohne
Schalldämmung im Fensterelement oder an der Außenwand eingebaut werden. Der
Ventilator ermöglicht unabhängig von der äußeren Luftgeschwindigkeit einen
konstanten Luftaustausch.
Bei Lüftungselementen mit gleichzeitiger Zu- und Abluftführung besteht die Möglichkeit der Wärmerückgewinnung. Hier werden ca. 50 % der Abluftwärme aus der geförderten Luftmenge eingespart. Die zugeführte Frischluft ist zudem schon vorgewärmt, was die Behaglichkeit deutlich steigert.
| Zentrale Zwangslüftung |
Bei
der zentralen Zwangslüftung wird über ein Lüftungssystem zentral die
Außenluft angesaugt und diese über entsprechende Zuluftkanäle in die
einzelnen Aufenthaltsräume eingebracht. Gleichzeitig wird durch einen zweiten
Ventilator die verbrauchte Luft durch ein Abluft-Kanalsystem abgesaugt. Bei
diesen mechanischen Lüftungsanlagen können die Zu- und Abluftströme z. B. auf
dem Dachboden im Technikraum direkt aneinander vorbeigeführt werden, um so eine
zentrale Wärmerückgewinnung zu ermöglichen.
Es liegt natürlich nahe, die zentrale Zwangslüftung durch entsprechende Heizaggregate zu einer Luftheizung zu erweitern. Dabei kann über eine zentrale Wärmerückgewinnung die Außenluft auf 10 bis 13 °C vorgewärmt werden. Die Verbindung Wärmerückgewinnung und Luftheizung lässt sich bei diesem Lüftungssystem technisch gut kombinieren und ist wirtschaftlich sinnvoll. Allerdings können sich auch Probleme ergeben bei der Schalldämmung der zentralen Ventilatoren, der erhöhten Luftgeschwindigkeit in den Räumen wie auch möglicher Ansammlungen von Stäuben und Schadstoffen in der Lüftungseinheit. Zudem müssen bei diesen zentralen Lüftungsanlagen die Fenster weitestgehend geschlossen bleiben, um die Energieverluste so niedrig wie möglich zu halten und die Funktionalität sicherzustellen.
Die Energieeinsparverordnung mit ihren neuen Vorgaben für Niedrig-Energie-Häuser wird den mechanischen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung zu weiterer Verbreitung verhelfen.