Lösungsmittel

Zurück zur Übersicht

Lösungsmittel in herkömmlichen Lacken

Herkömmliche Lacke enthalten zu etwa 60 - 75 % organische Lösemittel, die auf aromatischen Kohlenwasserstoffen beruhen. Diese Lösemittel reizen die Schleimhäute und die Augen, sie haben narkotische Wirkung und entfetten die Haut. Bei längeren Belastungen treten Schäden an Leber, Nieren und Nervensystem auf. 

Der Trend geht dahin, den Anteil an organischen Lösemitteln durch Wasser zu ersetzen. Der Lösemittelanteil beträgt dann nur noch zwischen 3 und 10 %. Der Wasseranteil liegt bei 50 - 70 %. Mit der Verarbeitung von wasserlöslichen Lacken gehen nur geringe Geruchsbelästigungen einher. Dadurch entfällt die typische Warnfunktion, dass es sich dabei dennoch um Gefahrstoffe handelt. Die Lösemittelanteile wie auch die Bindemittel reizen die Augen und dürfen nicht eingeatmet werden. Teilweise kommen bei wasserlöslichen Lacken Lösemittel mit sehr niedrigen MAK-Werten zum Einsatz. Aufgrund des wesentlich geringeren Mengenanteils können sie aber als gesundheitlich vorteilhafter empfohlen werden gegenüber konventionellen Lacken. 

Gerade im Einsatz beim Kunden vor Ort sollte generell der Einsatz herkömmlicher Lacke vermieden und auf lösemittelarme Wasserlacke zurückgegriffen werden. Auch beim Einsatz von Wasserlacken sollten die wichtigsten grundlegenden Schutzmaßnahmen eingehalten werden:

Bei der Verarbeitung in geschlossenen Räumen gut lüften 
Hautkontakt vermeiden
Gut austrocknen lassen

Nach ausreichender Abtrocknung sind in der Gebrauchsphase keine Emissionen von gesundheitsgefährdenden Stoffen zu erwarten. In Abhängigkeit von der chemischen Flüchtigkeit der einzelnen Lösungsmittelbestandteile sind dafür bis zu 3 Wochen anzusetzen.

 

 

 

Lösungsmittel in biologischen Ölen und Wachsen

Biologische Öle und Wachse benötigen vielfach organische Lösemittel, um besser verarbeitbar zu sein. Als Lösemittel kommen Terpentinöle oder Citrusschalenöle aus nachwachsenden Rohstoffen zum Einsatz. Diese werden teilweise ergänzt durch organische Lösemittel aus der Erdölproduktion, welche von aromatischen Verbindungen weitestgehend gereinigt wurden (Restgehalt weniger als 0,01 %). Der erforderliche Lösemittelanteil ist abhängig von der Viskosität der eingesetzten Bindemittel und schwankt zwischen 40 und 70 %. 

Mit der Verarbeitung von Biolacken können erhebliche Geruchsbelästigungen durch die Lösemittel einhergehen. Die Lösemittelanteile wie auch die Bindemittel reizen die Haut und sind gesundheitsschädlich beim Einatmen. Die eingesetzten Lösungsmittel weisen insbesondere bei Terpentinöl auch relativ niedrige MAK-Werte auf. Die verwendeten Bindemittel können zudem  allergisierend wirken. 

Gegenüber Lösungsmitteln aus herkömmlichen Lacken werden die Lösungsmittel in biologischen Ölen und Wachsen als gesundheitlich weniger bedenklich eingestuft. Gleichwohl sollten auch hierbei die grundsätzlichen Schutzmaßnahmen eingehalten werden:

Bei der Verarbeitung in geschlossenen Räumen gut lüften 
Hautkontakt vermeiden
Gut austrocknen lassen

Gegenüber konventionellen Oberflächensystemen weisen Biolacke zumeist längere Trocknungszeiten auf. In der Gebrauchsphase können noch recht lange Geruchsstoffe der eingesetzten Bindemittel wahrgenommen werden. Darüber hinaus ist aber die Emission von gesundheitsgefährdenden Stoffen nicht zu erwarten.

zurück zur Auswahl