Holzschutzmittel

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Notwendigkeit von Holzschutzmitteln
Gefährdungsklassen
Kennzeichnung von Holzschutzmitteln
Einfluss der Holzart auf den Holzschutzmitteleinsatz
Holzwerkstoffe und Holzschutzmittel

 

 

 

 

 

Notwendigkeit von Holzschutzmitteln

Holz ist ein Stoff, der gerne Feuchtigkeit aufnimmt und speichert. Durch längere Einwirkungen von Nässe und Feuchte verstärkt sich der Nährboden für 

holzzerstörende Pilze. Ein Insektenbefall stellt für die im Tischlergewerk eingebauten Bauteile nur eine untergeordnete Bedeutung dar. Für den Schutz des Holzes vor Auffeuchtung gibt es drei grundsätzliche Ansätze, welche vielfach auch miteinander kombiniert werden:

konstruktives Schützen
Verhinderung der Feuchtigkeitsaufnahme durch Beschichtungen
biozide Wirkstoffe

Während man noch in den 70er Jahren mit dem Einsatz biozider Mittel sehr sorglos umging, hat man zwischenzeitlich deutlicher die Nachteile einer solchen Strategie erkannt. Die eingesetzten bioziden Wirkstoffe können auch auf die Gesundheit des späteren Nutzers negative Auswirkungen haben. Beredtes Beispiel ist der Gerichtsprozess zum Einsatz von PCP-haltigen Holzschutzmitteln. Daneben wird eine spätere Verwertung und Entsorgung von mit Holzschutzmitteln belastetem Holz erschwert. Sie können nicht stofflich wiederverwendet werden. Eine energetische Verwertung ist nur in besonderen Anlagen möglich.

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Gefährdungsklassen

Das Risiko eines Schadensfalles ist durch die Neufassung der DIN 68 800 T 3 neu bewertet worden. In Abhängigkeit von verschiedenen Gefährdungsklassen wird die Notwendigkeit eines vorbeugenden chemischen Holzschutzes beschrieben:

Gefährdungsklasse

Beanspruchung

Gefährdung

Prüfprädikat

0

Innen verbautes Holz, ständig trocken

keine

-

1

Innen verbautes Holz, ständig trocken

Insekten

Iv

2

Holz, das weder dem Erdkontakt noch direkt der Witterung oder Auswaschung ausgesetzt ist, vorübergehende Befeuchtung möglich.

Insekten, Pilze

Iv, P

3

Holz der Witterung ausgesetzt, aber ohne Erdkontakt

Insekten, Pilze, Auswaschung

Iv, P, W

4

Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständiger starker Befeuchtung ausgesetzt

Insekten, Pilze, Auswaschung,
Moderfäule

Iv, P, W, E

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Kennzeichnung von Holzschutzmitteln

Die Holzschutzmittel müssen für die jeweiligen Gefährdungen geeignet sein und sollten dafür eine Zulassung vom "Institut für Bautechnik"/Berlin besitzen. In Rahmen des Zulassungsverfahrens wird seit kurzem auch die Umweltverträglichkeit geprüft. Derartige Holzschutzmittel für nichttragende Bauteile werden mit dem RAL-Gütezeichen "Holzschutzmittel" gekennzeichnet.

Speziell für Bläueschutzmittel wird ab 1997 eine eigene Kennzeichnungspflicht geben. Davon sind auch viele Produkte betroffen, die für die Grundierung im handwerlichen Fensterbau verwendet werden. Die jeweiligen Produkte müssen folgende Angaben auf dem Gebinde tragen:

Name des bioziden Wirkstoffs
dessen Prozentanteil
Warnhinweise

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Einfluss der Holzart auf den Holzschutzmitteleinsatz

Für die meisten Anwendungen im Innenausbau kommt die Gefährdungsklasse 0 oder 1 in Frage. Da die Bauteile meist gut einsehbar sind, ist ein chemischer Schutz vor Insekten nicht erforderlich. In Innenräumen hat somit ein chemischer Holzschutz grundsätzlich nichts mehr zu suchen.

Außenbauteile wie Fenster und Haustüren werden der Gefährdungsklasse 3 zugeordnet. Erforderlich ist ein Schutz gegen Bläue und holzzerstörende Pilze, einen vorbeugenden Schutz gegen Insektenbefall bedarf es nicht. Konstruktiv bestehen folgende Möglichkeiten, auf den Einsatz von Holzschutzmitteln zu verzichten.

Durch die Wahl einer Holzart der Resistenzklasse 1 oder 2 wird die Gefährdung auf 0 herabgestuft, so daß dann kein Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln notwendig ist. Folgende Holzarten kommen dafür in Frage:
Eiche
Sipo
Meranti, Dark-Red
Afromosia
Teak
Afzelia
Robinie

Gerade Hölzer tropischer Herkunft weisen eine gute Resistenz auf, so dass bei deren Einsatz kein zusätzliches Holzschutzmittel notwendig ist.

Wenn ein dauerhaft wirksamer Oberflächenschutz durch ein Anstrichsystem, was sich nicht auswäscht, aufgebracht wird, erfolgt die Einstufung von Fenstern und Haustüren in die Gefährdungsklasse 2. Dies wiederum führt dazu, dass beim Einsatz einer Holzart der Resistenzklassen 1, 2 oder 3 ein zusätzlicher chemischer Holzschutz nicht notwendig ist. Gegenüber den oben bereits aufgeführten Holzarten kommen dadurch noch folgende Sorten dafür in Frage:
Douglasie
Lärche
Khaya
Niangon

Es gibt also auch im Fensterbaubereich einige Möglichkeiten, den Einsatz chemischer Holzschutzmittel deutlich zu begrenzen.

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Holzwerkstoffe und Holzschutzmittel

Die unterschiedlichen Holzwerkstoffklassen sollen gezielt dort eingesetzt werden, wo ein erhöhter chemischer Holzschutz notwendig ist.

Holzwerkstoffklasse

Anwendungsbereich

Holzwerkstoffklasse

1

Raumseitige Bekleidung von Wänden und Decken

20

2

Obere Beplankung von Deckung unter nicht ausgebauten Dachgeschossen bei nicht ausreichender Dämmschichtauflage

100

3

Außenbeplankung von Außenwänden allgemein

100

4

Obere Beplankung von Dächern ohne aufliegende Wärmedämmschicht

100 G

5

Obere Beplankung von Dächern mit belüfteten Querschnitt

100

6

Obere Beplankung von Dächern ohne belüfteten Querschnitt

100 G

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