Holzfußböden übernehmen bei fachgerechter Fertigung und Montage vielfältige Funktionen. Die unten aufgeführten Punkte geben genauere Hinweise, wie die jeweiligen Vorteile zu bewerten sind.
| Wärmeschutz | Eindruckfestigkeit | ||
| Schallschutz | Brandverhalten | ||
| Tritt-Elastizität | Elektrische Leitfähigkeit |
| Wärmeschutz |
Holzfußböden zeichnen sich durch ihre geringe Wärmeableitung aus, eine Eigenschaft, die auf der günstigen Wärmeleitfähigkeit und der Dicke des Gehbelages beruht. Ein Holzfußboden ist ein sehr fußwarmer Boden. Gleichwohl hat der Parkettfußboden eine ausreichende Wärmedurchlässigkeit, wie sie z. B. für die Verlegung über eine Fußbodenheizung notwendig ist. Näheres dazu auf der Seite Untergrund.
Sind die Räume unterhalb eines geplanten Holzfußbodens nicht beheizt oder grenzen unmittelbar an das Erdreich, verlangt der Gesetzgeber, dass wenigstens ein Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,40 W/m2K (bei Altbauten) bzw. 0,28 W/m2K (bei Neubauten) erreicht wird. Hier muss der Holzfußboden sinnvoll mit geeigneten Wärmedämm-Materialien kombiniert werden. Er selbst trägt nur im geringen Umfang zum Wärmeverlust bei. Die Wärmekennwerte von Massivhölzern liegen zwischen denen von hochisolierenden Schaumkunststoffen und Mauerwerksteinen. Beim Fragen zu einzelnen Begriffen können Sie auf unsere spezielle Übersicht zurückgreifen.
| Schallschutz |
Die Anforderungen an den Luftschallschutz und an den Trittschallschutz nach DIN 4109 "Schallschutz im Hochbau", gelten für die vollständigen Deckenkonstruktionen einschließlich Fußböden und Unterdecken. Der Einfluss eines Fußbodens auf die Trittschalldämmung wird durch das Trittschall-Verbesserungsmaß VM der gesamten Konstruktion oberhalb der Rohdecke gekennzeichnet. Holzfußböden für sich leisten keinen nennenswerten Beitrag zum Trittschallschutz. Auf schwimmenden Estrich verlegte Parkettfußböden ergeben je nach der dynamischen Steifigkeit der Dämmschicht Verbesserungsmaße von 24 - 30 dB. Ein solcher Fußbodenaufbau gewährleistet auch in Verbindung mit verhältnismäßig leichten Massivdecken einen ausreichenden Trittschallschutz nach DIN 4109. In Verbindung mit schweren Massivdecken lassen sich auch die "erhöhten Anforderungen" der DIN 4109 erfüllen. Bei Fragen zu einzelnen Begriffen können Sie auf unsere spezielle Übersicht zurückgreifen.
Mit trockenen Unterböden werden je nach Aufbau und Elastizität der Unterlagen Verbesserungsmaße zwischen 20 und 25 dB erzielt. Wegen des niedrigen Gewichtes ist der Einfluss auf die Luftschalldämmung geringer als bei schwimmendem Estrich. Ein ausreichender Luftschallschutz ist deshalb nur in Verbindung mit Massivdecken von mindestens 350 kg/m2 Gewicht oder bei Holzbalkendecken durch eine zusätzliche Beschwerung der Rohdecke zu erzielen.
Laminatfußböden weisen eine hohe Oberflächenhärte und Steifigkeit aus. Sie können Trittschallgeräusche besonders gut übertragen. Gerade im Wohnungsbau sollten deshalb Laminatfußböden nicht ohne zusätzliche Trittschalldämm-Matten eingebaut werden. Es gibt auch fertige Laminat-Fußbodenelemente, welche bereits eine solche Dämmschicht aufweisen und dadurch eine Trittschalldämpfung mit 4 dB ermöglichen.
| Tritt-Elastizität |
Holzfußböden sind nicht nur widerstandsfähig, sondern auch elastisch gegen Tritt und Stoß. Ihre Elastizität verhindert ein vorzeitiges Ermüden der Fußmuskulatur und der Bänder. Die sogenannte "Pflastermüdigkeit" wird daher selbst bei stundenlanger gehender oder stehender Beschäftigung nicht auftreten. Das ist sicher einer der Gründe, dass Holzfußböden z. B. in Ladenlokalen oder gewerblichen Fabrikationsräumen so gern Verwendung finden.
| Eindruckfestigkeit |
Die Druckfestigkeit quer zur Faserrichtung beträgt bei den für Holzfußböden verwendeten Holzarten mindestens 7,0 N/mm2. Für Eiche und Buche gelten z. B. folgende Wertebereiche:
Eiche: 8,0 - 18,5 N/mm2
Buche: 9,0 - 10,0 N/mm2Diese Werte zeigen, dass die Eindruckfestigkeit der für Parkettböden verwendeten Hölzer recht hoch ist. Daher entstehen bei normaler Gebrauchsbeanspruchung z. B. durch normengerechte Möbelfüße oder Stuhlrollen selbst bei langanhaltender Beanspruchung keine bleibenden Eindrücke.
Die Abriebfestigkeit hängt ausschließlich von der Oberflächenbeschaffenheit ab. Die Art der Oberflächenbehandlung muss sich deshalb nach der Beanspruchung richten. Eine fachgerecht aufgebrachte Versiegelung unter Verwendung der für die vorgesehene Beanspruchung auszuwählenden Lacke hält bei sachgemäßer Pflege auch hohen Belastungen stand, z. B. Publikumsverkehr in öffentlichen Gebäuden.
| Brandverhalten |
Das Brandverhalten von Holzfußböden in Kriegszeiten hat bestätigt, dass der nach der Verlegung von fünf Seiten luftdicht abgeschlossene Holzfußboden keine brandauslösenden oder begünstigenden Auswirkungen zeigt. Es entsteht lediglich eine Verkohlung der Oberfläche, die mangels Luftzufuhr auch keine zusätzliche Ausbreitung eines Brandes hervorruft.
Nach Prüfung durch anerkannte Prüfinstitute konnte belegt werden, dass Eichenmosaikparkett als "schwer entflammbarer" Bodenbelag eingestuft werden kann. Diese Ergebnisse sind im Grund auf Holzfußböden allgemein übertragbar, so dass die Verwendungsmöglichkeiten von Parkett durch keine bauaufsichtlichen Vorschriften eingeschränkt werden.
| Elektrische Leitfähigkeit |
Die elektrische Leitfähigkeit von Holzfußböden ist gering. Holz hat einen günstigen elektrischen Ableitwiderstand. Durch seine Isolationswirkung bietet es einen guten Schutz beim Gebrauch elektrischer Geräte. Die Isolierung ist aber nicht so stark, dass ein statisches Aufladen, z. B. durch Reibung der Schuhsohlen, entstehen kann.